NDTSV Holsatia Kiel
1918 gründete sich neben drei weiteren Fußballvereinen in Dietrichsdorf der „Wander- und Sparklub Glück Auf“, der sich dem Arbeiterfußball anschloss. 1920 nannte sich der Verein in „SC Adler Kiel“ um. Im Inflationsjahr 1923 schloss sich der SC Adler der „Freien Turnerschaft an der Kieler Förde“ an, in der u.a. auch der Arbeiter-Turnverein Neumühlen von 1893 Mitglied war. Von 1925 bis 1933 spielte der SC Adler auf dem neu errichteten Jahnplatz, fünf Jahre davon in der höchsten Spielklasse. 1933 wurde der Arbeitersport dann von den Nationalsozialisten verboten.
Nach dem 2. Weltkrieg gründete sich 1945 der Verein schnell wieder, zunächst unter der Bezeichnung „Sportvereinigung Favorit“, dann unter der Bezeichnung Männer-Abteilung III, unter der Dietrichsdorfer Jugend besser bekannt unter „Emma 3“.
Die Aufnahme des Spielbetriebes erfolgte 1948. MA III nannte sich auf Druck der Alliierten nun in „Freie Turnerschaft Holsatia von 1893“ um und startete in den Punktspielbetrieb. Mit großem Erfolg. Bereits im ersten Jahr schaffte die Elf den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. 1953 gelang der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse des Landes.
Spieler wie die beiden Goalgetter Lothar Henning oder Klaus-Peter Steen und Trainer wie Karl Stelting oder Gustav „Guschi“ Carstens waren in ganz Fußball-Kiel bekannt. 15 Jahre lang spielte Holsatia ohne Unterbrechung in der zweithöchsten Spielklasse des Landes.
1973 erfolgte dann die Vereinigung der beiden Sportvereine von der Freien Turnerschaft Holsatia mit dem Neumühlen-Dietrichsdorfer Turnverein zur „Neumühlen-Dietrichsdorfer Turn- und Sportvereinigung Holsatia Kiel von 1887“.
Und nach dieser Vereinigung setzte Holsatia zum Höhenflug an, holte in fünf Jahren drei Meisterschaften und schaffte 1975 unter Trainer Jürgen Petersen den Sprung in Schleswig-Holsteins höchste Spielklasse. Spieler wie Peter Wiese, Harald Fink, Dirk Marx-Stölting oder Rolf Patschinski sind unverrückbar mit dieser erfolgreichsten Phase der Vereinsgeschichte verbunden.
Seit diesem Gastspiel in der damaligen Landes- und Verbandsliga spielte Holsatia nach einem beispiellosen Absturz in den 1980er Jahren mit drei Abstiegen in drei Jahren vor allem im Kreisfußball. Vier Aufstiege stehen in diesem Zeitraum auf der Erfolgsliste. Spieler wie Timo Swatlak oder Daniel Rückbrodt schafften es an die Spitze der Kieler Torjäger, Trainerpersönlichkeiten wie Thomas Frank, Marko Abend oder Daniel Lechte hinterließen auch am Jahnplatz ihre Erfolgsspuren.
Rund um den Dietrichsdorfer Strohredder ist man dann auch heute davon überzeugt, dass das momentane Tal der Tränen in der untersten Spielklasse im Kieler Fußball schnell durchschritten wird. Holsatia stand immer für Gemeinschaftssinn, Leidenschaft für die eigenen Farben und sportliches Engagement. Das wird auch dieses Mal helfen…